Der Einzige würdige Nachfolger von Johannes Mario Simmel

Rezension zu George Tenner Monet und der Tod auf der Insel

Dieser „Krimi“ ist eine echte Überraschung. Hier wird aus einem normalen Kriminalfall ein Spionagethriller. Was der Leser als beschaulichen Urlaubsort wahrnimmt, wird zum Schauplatz von Geheimdiensten, Kunstfâlschern und “ Honigfallen“. Lasse Larsson, manchem Leser bereits aus anderen Usedom Krimis bekannt, ermittelt zum Verschwinden eines Kindes am Strand. Nach und nach zeigt sich die Tragweite dieser Tragödie und verstrickt Larsson immer tiefer in die Machenschaften der Geheimdienste.
G.Tenner fordert seine Leser, indem er viele Handlungsstraenge nebeneinander laufen lässt. Von der ersten Seite an beschäftigt den Leser die Handlung.
Duch das Verhalten der Protagonisten, durch die sprachliche Kompetenz, die gelungenen Ortsbeschreibungen und die sorgfältige Ausarbeitung sämtlicher Details entsteht ein großer Spannungsbogen. Die genaue Recherche und sprachliche intellektualitaet Tenners entführen den Leser in eine neue Welt. Was beschaulich beginnt, endet im Sumpf der großen Politik. Selbst Larsson, eher bodenständig, wird zu Handlungen gezwungen, die weder zu ihm, noch zu einem deutschen Kommissar passen. Dabei so realistisch beschrieben, das es doch wahr sein könnte! Ich persönlich war begeistert beim lesen, stirbt doch unsere literarische Sprache schon fast aus, hier gibt es sie noch. Denkanstöße über Recht und Unrecht, hier wird der Leser gezwungen, darüber zu reflektieren. Nach dem Skandal um E. Snowdon und jetzt grade aktuell, um einen Doppelagenten, fast ein prophetisches Buch. Was mich nur um so mehr davon überzeugt, das G. Tenner das gelungen ist, was früher als Kunst bezeichnet wurde: ein Roman, der Mißstànde in der Gesellschaft offenbart, ohne offensichtlich zu sein! Ohne blutige Einzelheiten oder skurrile Morde hält uns allein die Handlung in Spannung. Dies ist für mich echte Literatur und wer keine seichte Unterhaltung sucht, sondern bereit ist, beim lesen zu denken, für diese Leser ist es geschrieben. Meine Meinung, unbedingt Lesenswert, ein Stück Kultur!
Daphne Buchundmoor

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