Nichts geht mehr

Mein Weg
Mein Weg

Da haben wir den Salat. Nicht zum essen, leider. Ich bin gefangen. Nach einem Jahr bei Facebook und vielen Diskussionen mit Autoren, Schriftstellern und Verlegern, fällt mir nichts mehr ein. Leer, ausgebrannt, aber genauso übervoll, gesättigt und zufrieden. Der Faden ist gerissen. Was soll ich noch schreiben, alles ist gesagt, wurde schon geschrieben, andere haben schon alles veröffentlicht.
Der Ausreden sind da viele. Ich habe keinen Laptop mehr, die Tastatur des PC geht zu schwer, ich muss erst noch lesen und rezensieren, immer wenn ich schreiben möchte kommt Besuch, ich bin depressiv usw.
Ich versuche alle Tricks, die mir sonst geholfen haben. Ich gehe mit Terrie durchs Moor, sie freut sich, ich bekomme noch den Kopf nicht frei. Ich mache den Haushalt, verpasse den Ponys eine Stunde Bodenarbeit, miste den Stall aus und fühle mich wohl dabei. Aber, der Faden der Geschichten die mich sonst bevölkern, ist immer noch gerissen.
Das Buch liegt halbfertig in der Datenbank, die Rezensionen stapeln sich und wollen geschrieben werden, Freunde warten auf zugesagte Artikel und ich, mir fällt nichts ein.
Den Ratgeber von Ruprecht Frieling, „wie Autoren ihre unbewussten Kräfte nutzen können“ zum zweitenmal gelesen und mein Kopf bleibt leer, nichteinmal eine Rezension zu diesem wirklich hilfreichen Ratgeber will aus meinen Fingern fliessen.
Ich meditiere, lese, fange an zu tippen, NICHTS.
Leer, antriebslos, satt, leer und vergessen.
Nicht, das dieses Problem neu für mich wäre. Dieses Phänomen kenne ich seit meiner frühesten Kindheit. Mal überbrausend, kreativ, schäumend vor Worten und Geschichten, mal stumpf, wortlos, ideenlos.
Doch diesmal geht Nichts. Kein erlerntes Entspannen, keine Ablenkung, kein….., Nichts!
Wo soll ich anfangen, was zuerst abarbeiten?
Ein Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Also trete ich mich selbst, versuche den ersten Schritt zu tun.
Wie in Zement gegossen kleben meine Worte im Kopf.
Jetzt, beim Scheiben, kommt mir der Verdacht, das ist das Problem. Das letzte Jahr, ich bin auf vollen Touren gelaufen, im privaten ebenso wie im beruflichen.
Immer volle Leistung. Und der Probleme sind da nicht wenige. Fertig bin ich nie. Weder im Haushalt, noch bei der Erziehung der Kinder, noch beim Hausbau, noch beim Schreiben, noch mit mir selbst.
So viele nette Menschen kennengelernt, so viele neue Kontakte geknüpft, so viele Erfahrungen in kurzer Zeit gemacht, soviel Zuneigung, Lob und Freundschaft erhalten.
Ist es das, was mich lähmt ?
Fehlen mir die langen Zeiten der Einsamkeit, der Stille und des heimlichen vor mich hinträumens?
Eine Schaffenskrise, ohne je etwas geschaffen zu haben?
Ja, ich schreibe jeden Tag, wenigstens diesen Rat beherzige ich. Aber es gefällt mir nicht, was ich schreibe.
Sind es die hohen Erwartungen, die ich und andere an mich haben? Ist es das schlechte Gewissen, das hier gute Autoren auf meine Rezension warten? Das mein Buch nicht weitergeht, weil ich dauernd bei Facebook rumhänge? Ist es, daß meine Umgebung nun mitbekommen hat, was ich tue? Ist es mein Anspruch an mich selbst, das alles was ich tue, perfekt sein muss? Zumindest ich muss es perfekt finden.
Besser organisiert sollte ich sein, mit Listen, wann ich was angenommen habe und wann die sogenannte Deadline ist.
Aber es tut wahnsinnig gut, dieses alles aufzuschreiben und ich merke, wie ich etwas milder zu mir selbst werde und sich langsam meine Gedanken anfangen zu ordnen.
Mehr auswählen muss ich, wie immer, was mich voranbringt, was mir wichtig ist und wie ich mich dabei fühle.
Und nicht vergessen, Lesen ist und bleibt meine Passion. Danach kommt erst das Schreiben.
Also, werde ich jetzt lesen was mir Spass macht und dann, dann klappt es vielleicht auch wieder mit dem Schreiben.

Advertisements

2 Kommentare

  1. Hallo liebe Daphne,
    oh ja, dass kenne ich nur zu gut. Auch ich war die letzten Wochen wie blockiert. Habe mich von einem Beitrag auf dem Blog zum anderen gequält, obwohl mich die Themen absolut interessiert haben. Aber mir viel nichts ein. Nur unter Druck. Blogtouren-Beiträge wurden kurz vor Veröffentlichungstermin geschrieben. Rezensionen auf die lange Bank geschoben.
    Seid gestern geht es wieder. Der Knoten ist geplatzt – fünf Rezensionen vorbereitetet und sogar ein Artikel zu einem Thema verfasst, was mir schon lange unter den Nägeln brennt. Ich denke, auch an mein Manuskript werde ich mich bald wieder wagen.
    Ich denke also, auch bei dir wird es wieder gehen. Das Schreiben für den Blog und die Arbeit an deiner Geschichte. Ich glaube ganz fest daran! 😀
    Liebe Grüße, Silke

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s