Honigtot von Hanni Münzer- Rezension

Das Buch Honigtot schlummerte seit einem Jahr auf meinem Kindle, bis ich jetzt endlich Zeit fand, es zu lesen.
Den kometenhaften Aufstieg von Hanni Münzer habe ich im Netz und in diversen Artikeln und Interviews verfolgt.
Das geänderte Cover gefällt mir sehr gut.
Zu der mittlerweile sehr bekannten Autorin kann ich nicht soviel sagen.
Eine durch und durch sympathische Frau, die auch gerne so lustige Sachen wie einen Hutcontest mitmacht und ein zu großes Herz für alle hat!
In ihrem “ historischen“ Roman Honigtod bringt sie alle ihre positiven Eigenschaften mit ein!
Meine Generation ist die 1.Generation nach der Nazidiktatur und wir haben dieses Thema in der Schule überall besprochen. Ob es in Kunst war (entartete Kunst), in Geschichte, Politik, oder Deutsch. Hitler und seine Schergen waren omnipräsent.
Ebenso die Widerstandkämpfer, die Schriftsteller, die Schauspieler und Musik aus dieser Zeit.
Unsere und vor allem meine Hauptfrage über diese unselige Zeit war immer, hatten die Menschen eine Wahl?
Wie ist das, wenn Meinungsfreiheit bedeutet, das nur die „richtige Meinung“ frei geäußert werden darf?
Und, waren wirklich alle so?

Der Roman Honigtod beginnt mit einem Gedicht.
Dieses Gedicht ist der Faden, der durch die Handlung läuft.
Es ist der Schlüssel.
Der Einstieg in die Handlung beginnt in der Gegenwart, um dann immer tiefer in die Vergangenheit einzutauchen.
Und ja, das Thema dreht sich um meine Kernfragen aus der Schulzeit.
Namen und Daten, sowie geschichtlich bekannte Tatsachen bindet Hanni Münzer geschickt in eine fiktive Familiengeschichte ein, so dass ich bei der Autorin nachfragen musste, ob es wirklich fiktiv ist.
So sorgfältig recherchiert und mitreißend geschrieben ist es.
Dachte ich anfangs noch, es wäre einfach eine Liebesgeschichte, die ich meistens nicht soo gerne lese, zog mich diese Handlung von der ersten Seite an. Ich las wie paralysiert.
Ich las von einer Liebe, die nicht sein durfte, von Intrigen, von Grausamkeiten, die es so nie wieder geben darf!
Was dieses Buch jedoch in meinen Augen von den vielen anderen dieser Art hervorhebt, ist einerseits der flüssige Sprachstil Hanni Münzers. Und andererseits das Elend einer gestörten Mutter/ Tochter Beziehung, die ohne Auflösung über Generationen bestehen bleiben kann.
Auch hier schreibt Hanni Münzer mit sehr viel psychologischem Einfühlungsvermögen.
“ Wie man sich bettet, so liegt man“, dieses Zitat aus ihrem Buch ist ebenfalls eine Schnur, die durch die Handlung führt.
Die Sichtweise der authentischen Protagonisten und ihre Dialoge schaffen einen Spannungsbogen und haben mich so in die Handlung gezogen, das ich meinte den Bombenalarm zu hören.
Diese vielfältigen Handlungsstränge, geschichtlich korrekt, psychologisch interessant und mit vielen Emotionen verbinden sich zu einem Meisterstück.
Ein Roman, der zur Allgemeinbildung dazugehören sollte!
Mit den Hauptprotagonisten habe ich mitgefühlt, mitgelacht, geweint, gehofft und gebangt!
Selten, das Geschichte mich so emotional berührt!
Stark hat Hanni Münzer ihre Frauenfiguren gemacht, zu einer Zeit, als Emanzipation ein Unwort oder noch gar nicht erfunden war!
Den Preis, den es kostete ebenfalls nicht verschwiegen und die Auswirkungen, die es auf nachfolgende Generationen hat, genau auf den Punkt!
Das allerbeste Buch, was ich seit Jahren gelesen habe.

Nachtrag

Die Rezension ist der Applaus für den Autor.

Daher möchte ich anfügen, Applaus, Applaus, Hanni, Bravo, Bravo, Bravo!
Standing Ovations!
Ich verneige mich!

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2 Gedanken zu “Honigtot von Hanni Münzer- Rezension

  1. Liebe Hanni, Dankeschön!!! ❤
    Seitenweise hätte ich dein wirklich sehr gelungenes Buch weiter loben können!
    Das Bücher Menschen verbinden und Brücken schlagen können, hast du eindrucksvoll bewiesen! Dafür danke ich dir von Herzen.
    Vielen Dank für diese liebevolle Antwort!
    Jetzt muss ich unbedingt deine anderen Bücher lesen!

    Gefällt 1 Person

  2. Liebe Daphne, was soll ich zu dieser wunderbaren Rezension sagen, außer, dass sie, dass Du! mich mit Deinen Worten sehr berührt hast. Ich danke Dir von Herzen für diese einfühlsame Beschreibung meines Buchs. Ich bin sehr froh, dass wir uns kennen. Es stimmt, Bücher verbinden Menschen. Danke, dass es Dich gibt. Herzlichst, Deine Hanni

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