Rezension Schatten Licht von Martin Bühler

1439970094251Ein biografischer Roman ist auch immer ein Stück Zeitgeschichte, welches sich dem Leser durch die persönliche Sichtweise und Umstände eröffnet.
Die “ Ich Erzählung“ in diesem Roman schafft eine besondere Symbiose von Vater und Sohn.
Der Sohn, der die Aufzeichnungen seines Vaters in seinen eigenen Worten zu einem wirklich gut zu lesenden Roman verarbeitet.
Stilistisch und sprachlich gut ausgearbeitet.
Das harte Leben der “ normalen“ Bevölkerung auf dem Land, aber auch die damit einhergehende Freiheit der Gedanken beschreibt der Autor liebevoll und doch ohne zu beschönigen.
Der Fluss, der durch das Dorf fliesst, ist der Fluss des Lebens, er gibt den Rhythmus des Lebens vor.
Von und mit ihm lebt das Dorf und die damit einhergehende Abhängigkeit prägte damals die Lebensstruktur.
Immer wieder versteht es der Autor den Kontrast zwischen unserer abstrakten, medialen Welt und der klaren Regeln unterworfenen “ alten Welt“ aufzuzeigen.
Seine genauen Naturkenntnisse und die Beschreibung des einfachen Lebens wirken poetisch und sehr eindringlich.
Der Hauptprotagonist, der Vater, hat besondere Talente und nutzt diese, um aus der dörflichen Enge zu entkommen und arbeitet sich mit schwäbischer Gründlichkeit nach oben.
Es hätte so schön bleiben können, wäre da nicht die Politik gewesen.
Die Anfänge der Nazizeit, das umwälzen aller bis dato geltenden Sitten und Gebräuche führt zu einer totalen Verwandlung einer ganzen Generation.
Sehr authentisch beschreibt Bühler diesen erstaunlich schnell voranschreitenden Prozess der Umentwicklung.
Selbst ohne daran teilhaben zu wollen, musste sich sein Vater den neuen Gegebenheiten unterordnen.
Innerlich sich selbst bleibend, musste er sich anpassen, um zu überleben!
Deutlich wird, wie es den Nazis gelingt, die kirchlichen Regeln und Gebräuche ganz nach Art der alten Könige und Kaiser für ihre neue Weltordnung umzuformen und zu benutzen.
Geschickt werden neue Machtverhältnisse geschaffen, die sich in einem an Regeln gewohntem Volk schnell umsetzen lassen.
Ein beeindruckendes Stück Zeitgeschichte, endlich ehrlich und auch schonungslos berichtet.
So viele Antworten, wie es dazu kam, das ein ganzes Volk seine Identität verlor und zum Inbegriff des Bösen wurde.
“ Was im Dorf zerstört werden konnte, wurde zerstört, was in der Familien ausgehöhlt werden konnte, wurde ausgehöhlt und auch die Natur nicht verschont……..Unsere Naturverbundenheit, unsere Verschmelzung mit Bäumen und Pflanzen, Erde und Wasser wurde empfindlich gestört.“
Mit der Reichskristallnacht endet Band 1 der Triologie eines wirklichen Lebens.
Gerne werde ich die Fortsetzung lesen.

Honigtot von Hanni Münzer- Rezension

Das Buch Honigtot schlummerte seit einem Jahr auf meinem Kindle, bis ich jetzt endlich Zeit fand, es zu lesen.
Den kometenhaften Aufstieg von Hanni Münzer habe ich im Netz und in diversen Artikeln und Interviews verfolgt.
Das geänderte Cover gefällt mir sehr gut.
Zu der mittlerweile sehr bekannten Autorin kann ich nicht soviel sagen.
Eine durch und durch sympathische Frau, die auch gerne so lustige Sachen wie einen Hutcontest mitmacht und ein zu großes Herz für alle hat!
In ihrem “ historischen“ Roman Honigtod bringt sie alle ihre positiven Eigenschaften mit ein!
Meine Generation ist die 1.Generation nach der Nazidiktatur und wir haben dieses Thema in der Schule überall besprochen. Ob es in Kunst war (entartete Kunst), in Geschichte, Politik, oder Deutsch. Hitler und seine Schergen waren omnipräsent.
Ebenso die Widerstandkämpfer, die Schriftsteller, die Schauspieler und Musik aus dieser Zeit.
Unsere und vor allem meine Hauptfrage über diese unselige Zeit war immer, hatten die Menschen eine Wahl?
Wie ist das, wenn Meinungsfreiheit bedeutet, das nur die „richtige Meinung“ frei geäußert werden darf?
Und, waren wirklich alle so?

Der Roman Honigtod beginnt mit einem Gedicht.
Dieses Gedicht ist der Faden, der durch die Handlung läuft.
Es ist der Schlüssel.
Der Einstieg in die Handlung beginnt in der Gegenwart, um dann immer tiefer in die Vergangenheit einzutauchen.
Und ja, das Thema dreht sich um meine Kernfragen aus der Schulzeit.
Namen und Daten, sowie geschichtlich bekannte Tatsachen bindet Hanni Münzer geschickt in eine fiktive Familiengeschichte ein, so dass ich bei der Autorin nachfragen musste, ob es wirklich fiktiv ist.
So sorgfältig recherchiert und mitreißend geschrieben ist es.
Dachte ich anfangs noch, es wäre einfach eine Liebesgeschichte, die ich meistens nicht soo gerne lese, zog mich diese Handlung von der ersten Seite an. Ich las wie paralysiert.
Ich las von einer Liebe, die nicht sein durfte, von Intrigen, von Grausamkeiten, die es so nie wieder geben darf!
Was dieses Buch jedoch in meinen Augen von den vielen anderen dieser Art hervorhebt, ist einerseits der flüssige Sprachstil Hanni Münzers. Und andererseits das Elend einer gestörten Mutter/ Tochter Beziehung, die ohne Auflösung über Generationen bestehen bleiben kann.
Auch hier schreibt Hanni Münzer mit sehr viel psychologischem Einfühlungsvermögen.
“ Wie man sich bettet, so liegt man“, dieses Zitat aus ihrem Buch ist ebenfalls eine Schnur, die durch die Handlung führt.
Die Sichtweise der authentischen Protagonisten und ihre Dialoge schaffen einen Spannungsbogen und haben mich so in die Handlung gezogen, das ich meinte den Bombenalarm zu hören.
Diese vielfältigen Handlungsstränge, geschichtlich korrekt, psychologisch interessant und mit vielen Emotionen verbinden sich zu einem Meisterstück.
Ein Roman, der zur Allgemeinbildung dazugehören sollte!
Mit den Hauptprotagonisten habe ich mitgefühlt, mitgelacht, geweint, gehofft und gebangt!
Selten, das Geschichte mich so emotional berührt!
Stark hat Hanni Münzer ihre Frauenfiguren gemacht, zu einer Zeit, als Emanzipation ein Unwort oder noch gar nicht erfunden war!
Den Preis, den es kostete ebenfalls nicht verschwiegen und die Auswirkungen, die es auf nachfolgende Generationen hat, genau auf den Punkt!
Das allerbeste Buch, was ich seit Jahren gelesen habe.

Nachtrag

Die Rezension ist der Applaus für den Autor.

Daher möchte ich anfügen, Applaus, Applaus, Hanni, Bravo, Bravo, Bravo!
Standing Ovations!
Ich verneige mich!

Totes Sommermädchen von BC Schiller

In jedem Ende steckt ein neuer Anfang – Tony Braun wird Chefinspektor, 9. Juli 2015

Rezension bezieht sich auf:

Totes Sommermädchen – ein Tony Braun Thriller „wie alles begann“ (Kindle Edition)

Autorenduo BC Schiller gehört seit ein paar Jahren zu den ganz erfolgreichen Thrillerautoren der Selfpublisherszene.
Verdient in meinen Augen.
Mein erster Tony Braun Thriller, „Der Stille Duft des Todes“, hat mich schon begeistert.
Er war mit ein Grund, mich etwas genauer bei den Selfpublishern umzusehen.
Das auch ein Thriller noch steigerungsfähig ist, haben BC Schiller hier mit ihrem neuestem Werk bestätigt.
Wie alles begann ist nur der Anfang von Brauns Geschichte, die Fälle die er zu lösen hat sind jedesmal Brandneu.
Geschickt schicken mich die Autoren auf falsche Fährten, beschreiben ihre Protagonisten realitätsnah und mit guter Menschenkenntnis.
Zwei unterschiedliche Fälle muss Braun lösen und sich dabei irgendwie um seine Familie kümmern.
Der Böhmerwald, der mir aus Märchen und Märchenfilmen mit seiner düsteren Atmosphäre bekannt ist, dient dabei als Schauplatz eines Verbrechens.
Mittsommer, ein fröhliches Fest zu Beginn des Sommers, wird auch dort mit Partys und großen Feuern gefeiert.
Die Zwillinge Ulla und Britta hatten schon ein schweres Schicksal zu erleiden, nun soll alles besser werden und sie wollen dort auch feiern.
Im Gegenzug, Olin, die ein schönes Leben führte, bis ein brutaler Überfall ihr Leben zerstört.
Danach kämpft sie sich aus der Tiefe zurück ins Leben.
Tony Braun erlebt seinen persönlichen Horror und muss ebenfalls sein Leben neu sortieren.
Keine Sekunde konnte ich das Buch aus der Hand legen, so spannend sind diese Personen beschrieben und verknüpft.
Ein Thriller der Extraklasse, der mit meinen Gefühlen spielt und mich elegant auf falsche Fährten lockt.
Wo Mitleid sich in Entsetzen verwandelt und Entsetzen zu Mitleid führt.
Auch bei Temperaturen um 30℃ hatte ich permanent Gänsehaut und war völlig in der Geschichte gefangen.
Eine klare Leseempfehlung! Der muss in jedes Urlaubsgepäck von Thrillerfans!Screenshot_2015-07-10-10-09-27

Brandgefährliches Ostfriesland! Rezension zu Brandwunden von Elke Bergsma!

Auch der 10. Ostfriesenkrimi von Elke Bergsma hat mich wieder überzeugt.
Das erfolgreiche Ermittlerrduo Büttner und Hasenkrug löst diesmal sogar mehrere Fälle gleichzeitig.
Seit etwas mehr als zwei Jahren etabliert sich Elke Bergsma als eine der erfolgreichsten Selfpublisher ( innen ) mit ihren authentischen Ostfrieslandkrimis.
Sie ist selbst in der landschaftlich weiten Krummhörn aufgewachsen und dadurch ebenso in der geistigen Enge eines typischen Dorfes.
Die schweigsame Mentalität der Ostfriesen hindert sie jedoch keinesfalls, uns mit wortreichen Krimis zu unterhalten.
Im Vordergrund immer das Menschliche, die Grauzonen eines Lebens und das selbst eine einfache Lösung nicht immer leicht ist.
Geschickt und sprachlich immer nah am Original kreiert sie ihre Protagonisten.
Wer alle Krimis von ihr gelesen hat, wird feststellen, das sie es schafft, ihren Stil beizubehalten, ohne langweilig zu sein. Im Gegenteil, sie ist in jedem Buch noch etwas besser!
Auch in diesem Krimi verarbeitet sie ein Thema, welches Ostfriesen und vor allem Bauern immer sehr beschäftigt.
Ein Feuerteufel treibt sein Unwesen und wenn nicht mehr nur Scheunen und Tiere brennen, dann mussen eben die Kommissare wieder aktiv werden.
Wie der Zufall es so möchte, gibt es noch “ zur Einführung“ einen skurrilen Toten. Einen Leichenbestatter, tod aufgefunden im Sarg in seinem eigenen Betrieb.
Eine verbrannte Braut, eine Kräuterhexe, ein brennendes Dorf, Klatsch, Tratsch, Vorurteile, es gibt genug „Menschlichkeiten“ um Kommissar Büttners Laune zu verschlechtern!
Nach mindestens zehn gemeinsam gelösten Fällen sind Büttner und Hasenkrug mittlerweile ein eingespieltes Team und Hasenkrug wird immer selbstständiger und lernt mit den Launen seines Chefs zurechtzukommen.
Mit den Figuren der Dorfbewohner spiegelt Elke Bergsma geschickt das Denken und Handeln vieler Gemeinschaften.
Der trockene, ostfriesische Humor kommt keinesfalls zu kurz, bieten doch die Dialoge der Dorfbevölkerung sich dafür an.
Spannend ist es die ganze Zeit und liest sich wieder so real, das man am liebsten zum Bäcker gehen möchte, um den neuesten Klatsch zu erfahren!
Was auch für mich eine besondere Überraschung war, war nicht nur die Auflösung der Morde, sondern das Happy End!
Das habe ich in einem Krimi noch nicht erlebt! Es hat mir den Abschied vom Buch am Ende leichter gemacht.
Ebenso ist es mir neu. Fantastisch!
Deutlich wird daraus erkennbar, das Elke Bergsma gedanklich eben nicht in der Enge eines Dorfes geblieben ist!
Ein Krimikunstwerk, das auch ein Roman ist und mir wunderschöne Lesestunden geschenkt hat.
Eine sehr talentierte, fleissige Autorin, die mit meinen Emotionen und Vorurteilen spielt.
Zur weiteren Handlung möchte ich nichts sagen, denn den Genuss dürft ihr selbst lesen!
Fazit
Ein sprachlich und sachlich gut ausgearbeiteter Krimi mit Humor und einem kritischen Seitenblick auf uns Menschen.
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Pikko auf Besuch

Hallo ihr! Ich bin Pikko, ein Minishetty und erlebe viele Abenteuer auf dem Moorhof!

Hallo ihr!
Ich bin Pikko, ein Minishetty und erlebe viele Abenteuer auf dem Moorhof!

Heute will ich die Leute im Haus besuchen. Meine Püppi möchte auch mit, darum schiebe ich den Puppenwagen.

Heute will ich die Leute im Haus besuchen. Meine Püppi möchte auch mit, darum schiebe ich den Puppenwagen.

Ich klingel mal. Vielleicht bekommen Püppi und ich ja ein paar Leckereien.

Ich klingel mal. Vielleicht bekommen Püppi und ich ja ein paar Leckereien.

Arme Püppi. Niemand macht uns die Tür auf. Es ist wohl keiner da. Dann tröste ich Püppi kurz.  Das ist traurig. Wo wir doch extra den ganzen Weg von der Weide hierhergelaufen sind.

Arme Püppi. Niemand macht uns die Tür auf. Es ist wohl keiner da. Dann tröste ich Püppi kurz.
Das ist traurig. Wo wir doch extra den ganzen Weg von der Weide hierhergelaufen sind.

Wo sind denn all meine Menschen hin? Ich gehe mal nachsehen, bleib du hier, Püppi. Komisch, das Fahrrad ist noch da. Wo ist denn meine kleine Menschenfreundin?

Wo sind denn all meine Menschen hin? Ich gehe mal nachsehen, bleib du hier, Püppi.
Komisch, das Fahrrad ist noch da.
Wo ist denn meine kleine Menschenfreundin?

Ich warte jetzt hier. Sie wird sicher gleich zurückkommen, meine kleine Menschenfreundin!

Ich warte jetzt hier. Sie wird sicher gleich zurückkommen, meine kleine Menschenfreundin!

Mordgespinste in Ostfriesland

5.0 von 5 Sternen Ein Gespinst aus Motiven, Wolle und 6 Freunde, 9. Juni 2015 Rezension bezieht sich auf: Feuermord. Ostfrieslandkrimi  von Susanne Ptak FeuermordDieser Ostfrieslandkrimi von Susanne Ptak hat es mir richtig angetan! Es ist der erste von ihr den ich von ihr gelesen habe und ich bin begeistert. Im nette Ostfriesland wird gemordet. Eine sehr sympathische Gruppe aus Nachbarn und Freunden klärt den Fall charmant auf. So wie in Ostfriesland jeder jeden kennt, oder zumindest jeder über jeden etwas weiss, so lösen die Kommissare hier auch diesen Fall. Die täglichen Nachrichten in Ostfriesland, über Dinge, die Ostfriesen bewegen, baut Susanne Ptak geschickt in die Dialoge ihrer Protagonisten ein. Ebenso die Unterschiedlichen Ansichten von Tierschützern und Bauern. Einzelschicksale werden genauso aufgegriffen, wie die späte Schwangerschaft einer Freundin. Dies alles zieht mich ohne Pause durch die Handlung. Spannend ist es ebenfalls, wer dann nach all den falschen Fährten letztendlich der Mörder ist! Ein unterhaltsamer Krimi, mit Gefühl und Freundschaft, der die Leidenschaften der Menschen treffsicher beschreibt. Mit einer traumhaften Freundschaftsatmosphäre. Ich werde ihre anderen Krimis jetzt auch lesen. Klare Leseempfehlung!

Rasante Jagd in Londons Underground

Rezension bezieht sich auf: Höllentunnel (Kindle Edition)

Eine spannende Geschichte in den stillgelegten Schächten der Londoner U Bahn. Sehr temporeich und sofort ist man beim Lesen in der Geschichte. Die Story beginnt sofort mit den richtigen Annahmen. Janet, eine junge Erwachsene sucht ihre plötzlich verschollene Schwester Mia im Untergrund, im wahrsten Sinne des Wortes. Dort lauern unbekannte Gefahren, denn eine geheimnisvolle Subkultur soll dort ihr Unwesen treiben. Liam, der gutaussehende Detektiv nimmt ihre Sorgen ernst und zwischen den Beiden entsteht eine magische Anziehungskraft.

Eine schnelle, schöne Story, mit einer modernen, jugendlichen Ausstrahlung. Sprachlich nah an der “ Jugendlichen Sprache“ und gut ausgearbeitet.

Die Hauptpersonen sind stimmig und passen gut in die düstere Atmosphäre.

Authentizität ist Barkawitz` Spezialität und macht das Lesen allein deshalb schon spannend.

Mir hat es gut gefallen und auch die Liebe kommt nicht zu kurz.

Für Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen geeignet.

Ich hatte spannende Lesestunden und empfehle es gerne.

Höllentunnel

Höllentunnel

Rezension zu Schatten über der Insel

FB_IMG_1423475428940Schatten über der Insel (Kindle Edition)
Der zweite Lasse Larsson Krimi, den ich von George Tenner gelesen habe. Auch hier wieder ein sympathischer Kommissar, der seinem Privatleben nur halb so viel Bedeutung zumisst, wie seinem aktuellen Fall. Die Insel Usedom steht im Mittelpunkt verschiedener Verbrechen. Brandstiftung, Rechtsradikale, Lover Boys oder Kinderschänder und vermisste Mädchen.
Genau beschreibt der Autor die Charaktere und sein Ermittler Larsson muss viel in den Familiengeschichten forschen und in Gesprächen mit Zeugen und Verdächtigen den roten Faden finden.
Geschickt hält der Autor mich im Spannungsbogen, zeigt auf, wie Verbrechen entstehen können und wie kaputte Familien und falsche Leitbilder zu Verbrechen führen können.
Beim lesen wurde ich wieder gezwungen, Tatsachen zu überdenken und mir eine eigene Meinung zu bilden.
In diesem Krimi wurde ich an die Erzählkunst von dem Unvergessenem J. M.Simmel erinnert, der auch wie sein Nachfolger Tenner, unbequeme Wahrheiten in Romanform verpackte.
Ebenfalls bemerkt man eine gute und tiefe Menschenkenntnis des Autoren, der nicht nur unterhalten, sondern auch aufrütteln und warnen möchte.
Seine Orte, die Kriminalistik, ja jedes Detail ist bis ins kleinste korrekt recherchiert und wahrheitsgetreu!
Es ist wiedereinmal ein Stückchen Menschlichkeit in seinen Abgründen, ohne erhobenen Zeigefinger oder dabei langweilig zu werden.
Ein Krimi-Roman, der mich in Spannung hielt!
Ich kann ihn vorbehaltlos empfehlen, wenn man mehr aus einem Buch mitnehmen möchte als blosse Unterhaltung oder Ablenkung!
Im Gegenteil, die erzeugte Spannung und seine Nähe zur Realität fordern mich zum denken und beleuchten wiedereinmal die menschlichen Abgründe!
Ich werde die anderen Usedom Krimis ebenfalls lesen und auch die anderen Bücher von Tenner, denn seine Art zu schreiben spricht mich sehr an!
Ich kann nur sagen, lest es selbst!

Nichts geht mehr

Mein Weg

Mein Weg

Da haben wir den Salat. Nicht zum essen, leider. Ich bin gefangen. Nach einem Jahr bei Facebook und vielen Diskussionen mit Autoren, Schriftstellern und Verlegern, fällt mir nichts mehr ein. Leer, ausgebrannt, aber genauso übervoll, gesättigt und zufrieden. Der Faden ist gerissen. Was soll ich noch schreiben, alles ist gesagt, wurde schon geschrieben, andere haben schon alles veröffentlicht.
Der Ausreden sind da viele. Ich habe keinen Laptop mehr, die Tastatur des PC geht zu schwer, ich muss erst noch lesen und rezensieren, immer wenn ich schreiben möchte kommt Besuch, ich bin depressiv usw.
Ich versuche alle Tricks, die mir sonst geholfen haben. Ich gehe mit Terrie durchs Moor, sie freut sich, ich bekomme noch den Kopf nicht frei. Ich mache den Haushalt, verpasse den Ponys eine Stunde Bodenarbeit, miste den Stall aus und fühle mich wohl dabei. Aber, der Faden der Geschichten die mich sonst bevölkern, ist immer noch gerissen.
Das Buch liegt halbfertig in der Datenbank, die Rezensionen stapeln sich und wollen geschrieben werden, Freunde warten auf zugesagte Artikel und ich, mir fällt nichts ein.
Den Ratgeber von Ruprecht Frieling, „wie Autoren ihre unbewussten Kräfte nutzen können“ zum zweitenmal gelesen und mein Kopf bleibt leer, nichteinmal eine Rezension zu diesem wirklich hilfreichen Ratgeber will aus meinen Fingern fliessen.
Ich meditiere, lese, fange an zu tippen, NICHTS.
Leer, antriebslos, satt, leer und vergessen.
Nicht, das dieses Problem neu für mich wäre. Dieses Phänomen kenne ich seit meiner frühesten Kindheit. Mal überbrausend, kreativ, schäumend vor Worten und Geschichten, mal stumpf, wortlos, ideenlos.
Doch diesmal geht Nichts. Kein erlerntes Entspannen, keine Ablenkung, kein….., Nichts!
Wo soll ich anfangen, was zuerst abarbeiten?
Ein Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Also trete ich mich selbst, versuche den ersten Schritt zu tun.
Wie in Zement gegossen kleben meine Worte im Kopf.
Jetzt, beim Scheiben, kommt mir der Verdacht, das ist das Problem. Das letzte Jahr, ich bin auf vollen Touren gelaufen, im privaten ebenso wie im beruflichen.
Immer volle Leistung. Und der Probleme sind da nicht wenige. Fertig bin ich nie. Weder im Haushalt, noch bei der Erziehung der Kinder, noch beim Hausbau, noch beim Schreiben, noch mit mir selbst.
So viele nette Menschen kennengelernt, so viele neue Kontakte geknüpft, so viele Erfahrungen in kurzer Zeit gemacht, soviel Zuneigung, Lob und Freundschaft erhalten.
Ist es das, was mich lähmt ?
Fehlen mir die langen Zeiten der Einsamkeit, der Stille und des heimlichen vor mich hinträumens?
Eine Schaffenskrise, ohne je etwas geschaffen zu haben?
Ja, ich schreibe jeden Tag, wenigstens diesen Rat beherzige ich. Aber es gefällt mir nicht, was ich schreibe.
Sind es die hohen Erwartungen, die ich und andere an mich haben? Ist es das schlechte Gewissen, das hier gute Autoren auf meine Rezension warten? Das mein Buch nicht weitergeht, weil ich dauernd bei Facebook rumhänge? Ist es, daß meine Umgebung nun mitbekommen hat, was ich tue? Ist es mein Anspruch an mich selbst, das alles was ich tue, perfekt sein muss? Zumindest ich muss es perfekt finden.
Besser organisiert sollte ich sein, mit Listen, wann ich was angenommen habe und wann die sogenannte Deadline ist.
Aber es tut wahnsinnig gut, dieses alles aufzuschreiben und ich merke, wie ich etwas milder zu mir selbst werde und sich langsam meine Gedanken anfangen zu ordnen.
Mehr auswählen muss ich, wie immer, was mich voranbringt, was mir wichtig ist und wie ich mich dabei fühle.
Und nicht vergessen, Lesen ist und bleibt meine Passion. Danach kommt erst das Schreiben.
Also, werde ich jetzt lesen was mir Spass macht und dann, dann klappt es vielleicht auch wieder mit dem Schreiben.